Bücher d. Jahres

An dieser Stelle möchte ich in loser Reihenfolge meine persönlichen Highlights meines Bücherjahres vorstellen. Dabei ist nicht entscheidend, wann diese herausgekommen sind, sondern wann ich diese gelesen habe.
Im Prinzip werden es kleine Kleinode sein, evtl. nicht immer Blogbuster und manchesmal schon, oft werden es sicher Jugendbücher sein, oder auch mal Klassiker. Wem öfter mein
"momentaner Bücherstapel" gefällt, der findet hier sicher auch mal die eine oder andere Empfehlung...


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Sophie Jordan- "Firelight" 
[Verlagstext]: "A hidden truth.  - Mortal enemies. - Doomed love.
- [..] -  Mythical powers and breathtaking romance ignite in this story of a girl who defies all expectations and whose love crosses an ancient divide. 

Worum geht's?
Jacina ist einzigartig, sie ist eine Draki, besitzt also die Fähigkeit sich in einen Drachen zu verwandeln. Eigentlich ist es falsch zu sagen sie sei ein Mensch, tatsächlich sind Draki Drachen, die sich in einen Menschen verwandeln können.  Das allein wäre in ihrem Rudel ("pride") aber noch nichts Spezielles, kommen doch (fast alle) während der Pubertät in diese Phase, nein, aber sie ist ein "Firebreather", also ein Drache, der Feuer spucken kann.
Doch mit diesen Talent kommt auch ihr rebelliöser Charakter, der der es ihr auch einbrockt, dass ihre Mutter mit ihr und ihrer Zwillingsschwester, die diese Fähigkeit nicht besitzt, flieht. Ausgerechnet in eine Kleinstadt in Mitten von nichts, weit weit weg. Nicht nur ohne Drachen, nein auch mitten in der Wüste. Und Drachen brauchen Feuchtigkeit, den Nebel zwischen den Bergen, nicht nur um sich zu tarnen.
Denn ihre Mutter hat genügend Argumente, warum es besser ist den Draki in ihr töten, oder zumindest zu schwächen, so wie sie es auch tat, als ihr Mann, Jacindas Vater, unter sehr ungeklärten Umständen starb. Hat sie doch unter anderem panische Angst, dass man Jacinda im Rudel als Gebärmaschine für neue, stärkere Drachen nutzt.

Nur kam die Familie ausgerechnet in die Stadt, in der ein kleines Grüppchen von Drachenjägern, aufgrund einer Drachensichtung vor 20 Jahren Stellung bezogen hat... 

Wieso? 

Sophie Jordan liebt ihre Figuren, das merkt man ihr deutlich an. Anders als in anderen Gestaltwandler-Geschichten, beschreibt sie auf faszinierende Weise das Vorspiel, dass eine Wandlung auslöst.
Und auch mit Jacinda hat sie eine starke, wandlungsfähige Protagonistin geschaffen, die weit entfernt von Perfektion ist. Die sich um ihre Familie sorgt, die mit ihrem inneren Drachen kämpft. Und so ist die Liebesgeschichte natürlich unausweichlich, aber eingebettet in eine wunderbare Geschichte über Familie, Werte, Ängste und Geheimnisse, die in einer urban Fantasywelt spielt, die ich natürlich wahr wünsche. Die Nebencharaktere sind ebenso klar und deutlich gezeichnet wie die Umgebung, und trotz der gerade mal 356 Seiten schafft es Sophie Jordan ein gewaltige Fantasygeschichte zu schreiben, die auf Fortsetzungen gerade zu wartet. Denn wie sie oft handelt der erste Teil von einer Flucht aus eben dieser. 
Die 3 Teile der Firelight-Serie
Zitate“Because I know what it feels like to be used, valued only for what you can do... not who you are, not who you want to be.” 
(Jacindas Mom, Firelight by Sophie Jordan)

"You want to go out?" he asks suddenly.
I blink. "As in a date?"
"Yes. That's what a guy usually means when he asks that question.”

(Will & Jacinda , Firelight by Sophie Jordan)

“A hunter in love with his prey.”  

“After running for my life from hunters, a girl with too much lip gloss doesn't register on my fear radar.” 

komplette Rezension hier.

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Susan Ee - "Angelfall" - [Penryn & the End of Days, Book 1)

    Bisher gab es "Angefall" nur im Englischen und war 2012 MEINE absolute Entdeckung des Jahres. Ich liebe Angelfall, von vorne bis hinten. Allerdings ist es als Auftakt einer Reihe konzipiert, da ich es aber so früh entdeckte(wohl direkt nach Erscheinen, zufällig) und für mich der Einstieg in eine ganz andere Art von Fantasy/Dystophien ist, sehe ich als als Buch des Jahres. 

    [Klappentext]:  It’s been six weeks since angels of the apocalypse descended to demolish the modern world. Street gangs rule the day while fear and superstition rule the night. When warrior angels fly away with a helpless little girl, her seventeen-year-old sister Penryn will do anything to get her back. Anything, including making a deal with Raffe, an injured enemy angel. Traveling through a dark and twisted Northern California, they journey toward the angels’ stronghold in San Francisco, where Penryn will risk everything to rescue her sister and Raffe will put himself at the mercy of his greatest enemies for the chance to be made whole again.

    Worum geht's?
    Absolute Endzeitstimmung. Nicht ist mehr so wie es wahr. Und es waren keine Aliens, die die Erde heimsuchten... Nein, Engel bedeuten die Katastrophe die Unterdrückung der Menschen. Einige Überlebende flüchten. Im Falle von Penryn ist das nicht so einfach, ihre kleine Schwester ist behindert und sitzt im Rollstuhl und ihre Mutter hat schon vor langer Zeit ihre - naja sagen wir ihre Vernunft verloren. Eigentlich ist sie komplett irre und lebt in einer ganz anderen Welt. Als Engel ihre Schwester entführen, dreht Penryn um, und versucht sie zu finden, zu retten. Und nimmt dabei auch Hilfe von Raffe an, einem Engel der bei einer Auseinandersetzung seine Flügel verloren hat. Und auch Raffe braucht Hilfe. Und so macht sich das ungleiche Duo auf die Reise, keiner traut dem anderen über den Weg und dann ist ja auch immer noch Penryns durchgeknallte Mutter, die Geister sieht. Aber das scheint das kleines aller Problem. 

    Viel mehr kann wohl nicht zur Story sagen, ohne massiv zu spoilern und das wollen wir ja nicht. 
    (Eine andere Zusammenfassung, hab ich hier mal versucht)

    Wieso?
    Weil es schnell ist, weil es tief ist und weil es trotzdem einfach wahnsinnig gut geschrieben ist. Susann Ee schafft es, dass diese Buchwelt so anders daher kommt, obwohl sie sich nicht weit in die Zukunft entfernt, und trotzdem kommt sie so vertraut daher. Man weiss nie, welcher Figur man vertrauen darf - und erstaunlicherweise verliert das selbst im reread nicht an Faszination, oder was im nächsten Augenblick passiert. Dabei bleibt die Beziehung zwischen Penryn und Raffe immer  in der Schwebe, die Annäherungen im Hintergrund und es bleibt diese absolute Spannung. Denn bei keiner Seite kann man sich sicher sein, dass sich mit dem nächsten Satz nicht alles ändert. Ein Buch, dass man kaum weglegen kann und trotzdem hat man immer das Gefühl, man muss das Erlebte erstmal verdauen. 
    Was immer Susan Ee mit diesen Roman vorhat, ich hoffe, sie macht es gut, denn wenn - verdient dieser Auftakt einfach eine geniale Fortsetzung. Aber auch als Einzelbuch bringt es Lesespass pur. (Wenn man auch mit einigen Fragen zurückgelassen wird). Absolute Leseempfehlung. 

    "We now play a permament game of I-am-crazier-and-scarier-than-you. And in that game, my mother is our secret weapon."

    Sprache:
    Das Englisch ist einfach und gut verständlich, insgesamt ist es sehr schön geschrieben. Allerdings ist die "pace" doch erheblich und so sollte man schon ein bisschen Erfahrung mit dem Lesen englischer Fantasy haben, um sich nicht selbst zu entschleunigen und dem Buch so seine Schnelligkeit zu nehmen. 


    Der Auftakt ist einfach genial, auch wenn man danach reichlich froh ist, das es weitergeht und sehr unfroh, weil mein nicht direkt erfährt, wie es weitergeht...
    Ein absolut spannender Pageturner, mit vielen Fantasy Elementen, neuen DystophieElementen mit mehr als interessanten, tiefgehenden Figuren. Und trotz der Weltuntergangsstimmung eine Buchwelt, die mich fasziniert. (Ein bisher 3-Faches reread zeigt das wohl sehr deutlich)

    aufgeschlüsselt:
    Story: 6 / 6
    Sprache: 5 / 6
    Charaktere: 6 / 6
    Spannung: 6 / 6
    fikt.Welt: 6 / 6



    Angefall [Penryn & the End of Days, Book 1] - [kindle read] - Susan Ee - 290 Seiten - Skyscape   - 28. August 2012 - [Englisch] - ISBN-10: 0761463275 - ISBN-13: 978-0761463276 - um die 3€ 

    als deutsche Variante ab August 2013 im Heyne Verlag - gebunden - 400Seiten - ca 13Euro


    _BÜCHERREIHE______________________________________________


    Cassandra Clare - "Chroniken der Unterwelt - The Mortal Instruments"
    Diese BuchReihe ( im Deutschen "Die Chroniken der Unterwelt") habe ich im Gesamtpacket zu Weihnachten bekommen und mich sehr gefreut endlich mal wieder eine Reihe im Ganzen zu lesen. Ich kann ja so Warten gar nicht ausstehen.

    City of Bones & City of Ashes & City of Glass


    Ich habe mich diesmal dazu entschlossen, zum einen die Reihe mit ihrer Fantasiewelt vorzustellen und noch einmal gesondert die einzelnen Bücher der Reihe.



    Gleich zu Anfang - ja, wir haben noch nicht einmal das erste Quartal hinter uns und - ich meine DIE Buchreihe des Jahres (also meiner Meinung nach) gefunden zu haben und das obwohl ich gerade auch Kai Meyers Arkadienreihe abschließe, welche mich ebenfalls sehr begeistert.




    Worum geht's?

    Clary Fray hat eine ziemlich verrückte Mutter - Künstlerin, die so manchesmal in ihrer ganz eigenen Welt wandert. Wieviel wahrer das ist, stellt sich heraus als Clary mit ihrem besten Freund Simon im Schlepptau Jace kennenlernt. Einen "Shadowhunter" der diese Welt vor den Bedrohungen der anderen unteren (Dämonen)welten beschützt. 

    >>> hier geht's weiter: 

    Shadowhunter sind eine ganze eigene Bevölkerungsschicht, mit einem der Welt unbekannten Land, irgendwo zwischen Frankreich und Deutschland, mit Zaubern geschützt und praktisch unsichtbar gemacht.


    Die hiesige Welt wird nicht nur durch hier lebende Vampire (nicht sonnenlichtgeschützt und nicht glitzernd) und Werwölfe bedroht, in ihr leben auch Warlocks, Trolle und andere fantastische Kreaturen. Die Schattenjäger sorgen für Ordnung und haben eine Art Netz von Stützpunkten in der Welt, von denen aus sie agieren. So auch in New York, jetzige Heimat von Jace und seiner "adoptierten" Familie, um Isabelle und Alec.
    Die Elbenwelt schert sich nicht wirklich um die Probleme und das obwohl die Welt der Shadowhunter auch durch sich selbst bedroht wird. Die alten Strukturen haben durch schon mit Valentin, eine Art selbstgekürten Diktator, mehr oder minder versagt. Und auch jetzt scheint der Schatten der Vergangenheit wieder über die Welt hereinzubrechen. 



    Viel mehr kann wohl nicht zur Story sagen, ohne massivst zu spoilern und das wollen wir ja nicht. Ich denke, ich werde zu den einzelnen Büchern ein bißchen genauer.



    Wieso?

    Die fantastische Welt aus der Feder Cassandra Clares ist - trotzdem fantastisch - irgendwie auch extrem wirklichkeitsnah. Klar geht es auch, um ein Liebesdreieck, aber es geht eben auch, um die Geheimnisse der Familie, wo kommt man her. Es geht um Vertrauen und Toleranz, alle Figuren haben Fehlern, alle Figuren sind nicht perfekt. Besonders gefällt mir, dass die "Guten" ihre "Flaws" haben, Fehler machen, Vorurteile überwinden müssen. Jede Figur hat ihre Vergangenheit und ist manches Mal mit den Situationen einfach überfordert. Viele Figuren wandeln und entwickeln sich und vor allem werden viele Vorurteile geklärt, es geht auch um Homosexualität, um das anders sein, um das daran gewöhnen, um unvorhergesehene Entwicklungen und der (manchmal) falsche Umgang damit. Genau das meine ich mit echt. Klar hätte Cassandra Clares an einigen Stellen mehr Fahrt aufnehmen und mehr Spannung mitnehmen können und die geradere Story erzählen können, aber sie macht Umwege, gibt anderen Figuren eine Chance und entwickelt so ein Gesamtbild - ihr Fantasy-Universum.



    Und ich denke, genau das ist der Grund, warum die Erweiterung der Reihe mit Band 4 und (dem bald erscheinenden Band 5) immer noch (fast durchweg) gute Kritiken bekommt. Ich habe Band 4 noch nicht gelesen, werde ich das wohl aber demnächst, denn die Fantasy-Welt und seine Figuren der Chroniken der Unterwelt lassen noch viel Raum für neue Geschichten, auch wenn in der hier vorgestellten Triologie der Tenor eindeutig bei der Dreiecks-Geschichte um Jace, Simon und Clary lag, aber eben auch den Nebencharaktären Raum zum entwickeln gegeben wurde.



    Ich denke, ich würde der Reihe eine 5/6 geben allerdings eher mit Tendenz nach oben. Es gibt kleine Kritikpunkte, die so winzig sind, dass ich es hier in der Gesamtkritik überhaupt nicht notwendig erachte, die aufzuführen. Und wirklich erklären wieso keine 6/6 kann ich nicht, eher so ein Bauchgefühl. Vielleicht bringbt euch ja die Aufschlüsselung weiter:


    aufgeschlüsselt:

    Story: 5 / 6

    Sprache: 5 / 6

    Charaktere: 6 / 6

    Spannung: 5 / 6

    fikt.Welt: 6 / 6



    The Mortal Instruments: City of Bones; City of Ashes; City of Glass - [Taschenbuch] - Cassandra Clare - 1520 Seiten - Margaret K. McElderry Books  - 19. Oktober 2010 - [Englisch] - ISBN-10: 1442409525 - ISBN-13: 978-1442409521 - um die 18€




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    Kerstin Gier - "Rubinrot-Saphirblau-Smaragdgrün"
    Eigentlich hatte ich das zweite Buch dieser Reihe meinem "Sowas-wie-Patenkind" zu Weihnachten geschenkt und mich dabei in die hübsche Aufmachung und den Klappentext verliebt. Nachdem ich dann fix einige Kommentare und Bewertungen gelesen hatte, war mir klar, diese Story ist auch was für mich.
    Die Story ist wirklich schön. Gerade die Hauptfigur Gwendolyn scheint so wirklich mit der total wirren Lebensituation umzugehen - ein echter Teenager eben. Man kann sich hervorragend in sie hinein versetzen. Später kommt mit dem Wasserdämon Xemerius ein echte Nervensäge hinzu, welche aber hervorragend dem Buch und seinem Humor zu Gute kommt. Alle drei Bücher sind nicht nur wirklich toll geschrieben, auch die Story macht Spaß und ist durchweg spannend.
    Einzig der Tatsache, dass es eine Reihe ist, macht mich wahnsinnig. Denn gerade Band 2 hört mit einem unerhörten Cliffhänger auf und Band 3 startet, als hätte man nur eben ein Kapitel gewechselt. Meiner Meinung nach, wäre diese Reihe ein einziges Buch, und dann ein gigantisch Gutes. Alle Bücher haben etwa 400 Seiten, aber diese sind extremst dick (was dem Papier geschuldet ist) und auch der Schriftsatz zeigt, das man versucht hat aus jedem Teil mit Absicht ein Buch zu machen. Dabei hätte man alle 3 Teile auch ohne Weiteres mit normalen Schriftsatz und dünneren Seiten in einem Buch a 700 - 800 Seiten unterbringen können. Wäre aber arg schade wegen der schicken Cover geworden.

    Naja. So hat man am Ende in die Reihe gut 60 Euro investiert. Ob es das wert ist, bin ich mir unschlüssig, für mich als Bücherfreak, war es aber ein echtes Lesevergnügen.
    Worum gehts?
    Kurz gesagt? Die Geschichte handelt von einem Zeitreise-Gen, den zwölf Edelsteinen, sowie zwei beiden abtrünnigen Auserwählten, einem merkwürdigen Grafen in der Vergangenheit und mittendrin Gwendolyn, die Heldin wieder willen. Verwirrt?
    Nun gut, die Heldin Gwendolyn war - wie ihre Familie - immer überzeugt, dass ihre Cousine Charlotte, das Zeitreise-Gen geerbt hat und deswegen auch speziell auf ihre Gabe vorbereitet wurde. Doch als plötzlich Gwendolyn überraschend dreimal in kurzer Zeit ungeplant springt, zersteuen sich nicht nur ihre Pläne sondern auch die des Ordens der Zeitwächter. Sie ist der Rubin, die Letzte der Zwölf Zeitreisenden, wenn man den Prophezeihung glauben schenkt. Und damit ist sie der letzte Schlüssel um den Kreis zu schliessen. Wäre da nicht ihre zwei Ahnen, die Zeitreisenden Paul und Lucy, die dies verhindern woll(t)en und deshalb mit Chronografen, die Apperatur mit der man kontrolliert in eine bestimmte Zeit springen kann, in die Vergangenheit geflüchtet sind. 
    Und dann ist da noch Gideon, Gwendolyns "Zeitpartner", denn die Zeitreisenden treten immer im Paar auf. Und Gideon ist anfangs so gar nicht begeistert, dass er seine Mission, von jedem Zeitreisenden Blut in sein Chronograf einzulesen, nun mit einer untrainierten und damit unerfahrenen Zeitreisenden absolvieren muss. Und dann ist da ja noch das große Geheimnis, was passiert, wenn dieser Kreis geschlossen wurde.

    Am Ende ist die Geschichte wie ein bezaubernd frischer Wind im ewigen Vampir-Werwolf-Hexen-Fantasy-Genre im Moment und einfach ganz zauberhaft geschrieben. Kerstin Gier wird sicher in viele Sprachen übersetzt und demnächst weltweit für Aufregung sorgen. In Englisch erscheint es im Mai 2011, mit - meiner Meinung nach - hässlichem Cover.

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    Tino Hanekamp - So was von da [deutsch]

    Worum gehts?
    Es ist Silvester, Oskar Wrobel will in seinem Club aufm Hamburger Kiez die beste Party schmeißen, die die Welt je gesehen hat. Gar nicht so einfach, wenn man a) unglaubliche Schulden, b) der Club am nächsten Tag geschlossen werden muss, c) einem einer der größten Kiezgrößen erpresst d) da noch alte Lieben auftauchen e) Freunde sich merkwürdig verhalten, f) Politikgrößen im Fahrstuhl hängenbleiben und und und.... Kurzum das Leben ist nicht so einfach, schon gar nicht, wenn man eh einfach nur liegen bleiben möchte.


    Der Schreibstil ist lebensecht, nah, eben "real", wie man neudeutsch sagt. Man sagt, "So was von da" ist der musikalischste, romantischste und schnellste Bildungsroman aller Zeiten. Wobei Bildungsroman vielleicht schwer übertrieben ist. Es ist Literatur, Fiktion, die sich wirklich anfühlt. Der Sog wird von Seite zu Seite stärker und schießt den Leser mit der Geschwindigkeit einer Silvesterrakete in den Himmel. Er verwirrt, unterhält, amüsiert, trifft und lässt einen grübeln. Also alles in allem ein gutes Buch, wenn auch nicht für jede Gelegenheit.

    Eine Besonderheit: Die Seiten sind an den Kanten geschwärzt und hängen so bei Erstlesung zusammen und müssen so bei jedem Umblättern leicht getrennt werden.
    Dies ist einerseits nervig, andererseits so gewollt und tragen zum Leseerlebnis bei. Inwieweit man das gut findet, darf der Leser selbst herausfinden. Optisch hätte ich aufgepasst, dass das schwarz wenigstens das schwarz des Buchrückens ist, aber naja.

    Tino Hanekamp, So was von da, Kiepenheuer & Witsch, 2011, Köln, ISBN: 978-3-462-04288-7
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    Markus Zusak - Messenger
    Dieses Buch hat mich dieses Jahr wirklich bewegt und mich schwer zum Denken gebracht. Dabei ist es in sich erstmal kein philosophischer Schmöker sondern eine seichte Geschichte, mit einem "Loser" als Hauptfigur, mit dem sich jeder mal identifizieren kann.
    Wie man am Titel erkennt, hab ich das Buch in English gelesen, Zusak ist entgegen seinem Namen Australier und hat einen sehr einfachen, aber genialen Schreibstil. Diese unterstreicht durch ihre Leichtigkeit, Lebendigkeit und Originalität sehr gut die Charaktermerkmale des Ich-Erzählers. Ohne Schnörkel und viel Tammtamm erzählt er uns die Geschichte von Ed. Aber sie lebt auch von den vielen Nebenfiguren, der merkwürigen Beziehungen Ed's zu seiner Umwelt. Dadurch lässt sie viel Raum zum Denken, für Eigeninterpretationen und für Philosophisches. Ein geniales Badewannenbuch!
    Im deutschen heisst das Buch übrigens merkwürdigerweise "Der Joker"!
    Worum gehts?
    Ed ist 19 und fährt Taxi, eigentlich sit Ed ein Antiheld, denn er erwartet nicht viel vom Leben. Die Schule hat so halt hinter sich gebracht und nun bestimmt seine Arbeit, seine Freunde und sein Hund, der Türsteher, den er quasi vererbt bekommen hat, sein Leben. Ed lebt so in den Tag hinein und sieht kein Grund etwas zu ändern...
    Bis in  seinem Briefkasten eine Spielkarte liegt - ein KaroAss. Darauf in Handschrift: drei Adressen. Die Neugier treibt ihn hin zu diesen Orten, doch was er dort sieht, bestürzt ihn zutiefst: drei unerträglich schwere Schicksale, Menschen, die sich nicht selbst aus ihrem Elend befreien können. 
    Etwas in Ed schreit - "Du musst handeln! Tu endlich mal was!" -dreimal fasst er sich ein Herz, dreimal verändert er Leben. 
    Doch da flattert ihm die nächste Karte ins Haus. 


    Kai Meyer - Arkadien erwacht
    Seit meinem letzten Geburtstag lag dieses Buch vergessen auf meinem Dachregal. Der Name des Autors hat mich abgestossen. Meyer - ich dachte, jetzt werden nicht nur Buchtitel an Stephanie Meyer angelehnt, jetzt wird schon durch Namensähnlichkeit versucht zu verkaufen. Doch weit gefehlt. Kai Meyer hat sich schon längst mit Fantasieromanen einen Namen gemacht.
    Und das zu recht, sein Schreibstil lässt einen schnell in die merkwürdigen Welten seiner Protagonisten einfühlen. Ihr Seelenleben ist einem schnell klar, auch wenn man nicht von Anfang an alle Informationen bekommt. Man kann mitfiebern und seine Welten unterscheiden sich doch massiv von dem bisher Gelesenem. Kai Meyer ist wirklich ein fantastischer Geschichtenschreiber, der mich ein klitzekleinbisschen an Michael Ende (mein Idol erinnert). Er legt einen Schleier über die Realität unter dem sich das Phantastische emporhebt und lässt so die Grenzen zweier Welten verschwimmen.
    Allerdings ist auch dieses Buch Teil einer beginnenden Triologie... Der zweite Teil ist Ende letzten Jahres erschienen.*lesen.muss*

    Worum gehts?
    Spielort: Sizilien, natürlich geht es um die Mafia und ihre Familienstreitereien, in die Rosa, die Hauptprotagonistin, hineingeboren wurde, aus deren Klauen ihre Mutter aber entflohen ist. Und so beginnt das Buch auch anders:
    Neustart, alles auf neu und alles ist wieder in Ordnung. So etwas in der Art erhofft sich Rosa Alcantara von einer Reise nach Sizilien, wo ihre ältere Schwester sie schon erwartet. Allerdings heißt das, in den Schoß des Clans zurückzukehren. Noch im Flugzeug trifft sie Alessandro Carnevare, auf dessen Schultern eine ungleich schwerere Last ruht: Bald soll er als neues Oberhaupt das Erbe seines Vaters antreten. 
    Gemeinsam kommen sie einem uralten, fantastischem Geheimnis auf die Spur. Dass sie zudem von Mafiajägern bedrängt, von skrupellosen Mafiosi bedroht und angegriffen werden, dass sie immer tiefer in die finsteren Geheimnisse der Cosa Nostra eindringen, ist beileibe noch nicht das Beängstigende – auch sie selbst beginnen sich zu ändern. Ihre Einstellung zu Gewalt und Familientradition beginnt sich ebenso zu wandeln wie ihre Körper.
    Dass die Alcantaras und Carnevares seit Generationen verfeindet sind, hindert die Liebe aber nicht daran, sich unaufhaltsam ihren Weg in Alessandros und Rosas Herz zu bahnen.

    Eingebettet zwischen Bandenkriegen der Mafia, antiken Sagen, Gestaltwandlern und Intrigen erzählt nicht nur eine Liebesgeschichte. Spannend ist vor allem, dass die Hauptfigur eine emanzipierte junge Frau ist, die beginnt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Rosa ist weder einfältig, noch naiv, sie kämpft nicht nur mit ihrer Vergangenheit sondern auch mit ihrer Identität als Mitglied des Mafia-Clans. So ist sie aufmüpfig, sarkastisch, klaut auch schonmal Dinge - Rosa hat einen trockenen Humor und weiß sich zu behaupten, sowohl vor ihrer eigenen Familie oder vor den anderen Clans.
    Das Buch besticht durch die vielen Wendungen, Ereignissen und Überraschungen, und das Ende lässt viele Hoffnungen für die Fortsetzung zu...


    _BÜCHERREIHE_DES_JAHRES___________________________________
    Suzanne Collins - Panemreihe
    Ich weiss ich bin spät dran und habe diese Reihe - mal wieder auf Grund des deutschen Covers - ignoriert. Ein Fehler, den ich immer wieder mache, scheinbar machen deutsche Lektoren Bücher nicht für meinen Geschmack. Im englischen ist es die "Hunger Games"-Reihe, von der ich schon öfter gelesen hatte und die mich auch neugierig gemacht hatte; aus irgendeinem Grund hatte ich die aber nicht mit Titel "Panem" zusammengebracht, wobei der Titel an sich gut ist.

    Anyway, worum gehts?
    USA einer fernen Zukunft - die Welt hat sich schwer verändert. So gibt vieles, was neu und ungewöhnlich ist  - und doch leben die meisten Menschen wieder wie im Mittelalter. Das verbliebene Amerika ist in 12 Distrikte aufgeteilt. Im innersten Zirkel, dem Kapitol, leben und regieren die "Reichen und Schönen", jeder andere Bezirk hat seine eigene Aufgabe das Land zu versorgen. Das ganze wird aber vom Kapitol korrupt und hart regiert - mit Brot und Peitsche. Einmal im Jahr ist das Brot ein grausames Schauspiel statt: Die Spiele von Panem.
    In diesen müssen 24 Kinder (Tribute), jeweils 2 aus jedem Distrikt, gegeneinander antreten. Gewonnen hat, wer als letztes noch am Leben ist und der somit sich, seiner Familie und auch das Leben aller im Distrikt erleichtern kann.
    Katnis Everdeen kommt aus dem Distrikt 12, dem ärmsten aller Distrikte und ernährt sich und ihre Familie mit illegalen Jagdgängen außerhalb des „Zauns“. Um in größter Not kleine Notrationen zu erhalten, kann man seinen Namen öfter in den Lostopf aller möglichen Tribune setzen lassen.  Als die Tribute ausgelost werden, wird ausgerechnet der von Katnis kleiner Schwester Prim gezogen, der nur einmal im Lostopf ist. Dass Prim dorthin muss, kann sie nicht zulassen und so meldet sie sich freiwillig für ein Unternehmen, von dem sie weiß, dass sie es wohl nicht überleben wird. 

    Panem ist eine äußerst spannende, wenn auch manchmal bedrückende Serie. Das Szenario der Hungerspiele ist hart und erlaubt kaum Pausen. Doch Suzanne Collins schreibt flüssig und liebevoll, ihre Charaktere sind liebevoll, detaillreich ausgearbeitet und beleben die Geschichte.

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    Oscar Wilde - "The Importance of Being Ernest"
    Oscar Wilde gehört für mich zu den Klassikern, auch wenn ich mich immer noch durch sein "Dorian Grey" (manchesmal muss man es wirklich so sagen) - als Hörbuch - quäle. Doch seine "Plays" haben es mir angetan; sie haben die Leichtigkeit von Shakespeare Verwechslungskomödien.
    Die deutsche Version ist unter anderem auch durch den Titel 'Bunbury oder wie wichtig es ist, ernst zu sein - ein leichtes Stück für ernsthafte Leute' bekannt und zeigt dies. Diese "Komödie" ist ebenfalls ein Meisterstück von Oscar Wilde, in dem es um ein raffiniertes komisches Verwirrspiel geht.
    Erst verstrickt sich einer in Lügen, dann der andere, dann wird alles furchtbar kompliziert und am Ende hatten doch alle Recht. Wilde verabscheute Happy End's, weil das wahre Leben so selten glücklich endet. Wilde spickt seine Werke mit umwerfend genialen Lebensweisheiten, die nicht wirklich anzuzweifeln sind und die man schon gelesen haben haben sollte, auch wenn man an der Logik des Zwischenmenschlichen zweifelt.

    Worum gehts? (frei nach Wikipedia)
    lgernon Moncrieff und Jack Worthing leben im viktorianischen England, während Worthing auf dem Land residiert, fährt immer wieder zum Vergnügen nach London. Dabei erzählt er seiner Umgebung jedes Mal, er kümmere sich um seinen verantwortungslosen Bruder Ernst. Doch er ist es, der sich in London als Ernst ausgibt, um so unerkannt seinem Vergnügen nachzugehen. 
    Moncrieff ist ein Londoner Aristokrat, der von Zeit zu Zeit vor der Londoner Gesellschaft flüchtet, indem er vorgibt, er besuche seinen kranken Freund Bunbury auf dem Land, der jedoch ebenfalls eine Erfindung ist.

    Worthing und Moncrieff haben sich in London angefreundet, wo Worthing Moncrieffs Cousine Gwendolin Fairfax kennen lernt und sich in sie verliebt. Eine Eheschließung scheint aber unmöglich, da Gwendolins Mutter Lady Bracknell gegen diese Verbindung ist. Auch liegt Gwendolin sehr viel an den Namen Ernst, denn sie kann angeblich nur einen Mann mit diesem Namen lieben. Worthings Schilderungen über sein Mündel Cecily erwecken Moncrieffs Interesse an ihr.

    Hinter aller Leichtigkeit und Lustigkeit der Dialoge steht der Ernst. Oscar Wilde persifliert dabei die viktorianischen Mentalität mit ihrer heuchlerischen Fassade, der übersteigerten Wertschätzung von Rang, Namen und Herkunft einfahc perfekt und gelungen. Man könnte auf die Idee kommen, er schrieb eine Parodie auf sich selbst. Der Wortwitz mit "earnest" und "Ernest" steht auf höchstem Niveau und ist daher vor allem im Englischen einfach köstlich.

    Falls jemand sich nicht an einen solchen Klassiker traut - den ich dringend in Orginalsprache empfehle - mit "Ernst sein ist alles" gibt es eine wunderbare  US-amerikanisch-britisch-französisch Verfilmung von Oliver Parker (2002) mit Rupert Everett, Colin Firth, Judith Dench und einer wunderbaren Reese Witherspoon.